Fleisch- und Wurstwaren GmbH

Marcel Selle Frankreich

Auszubildender in Frankreich auf Fortbildung

Wer gute Leistungen zeigt, muss auch bestmögliche berufliche Förderungen erhalten, berichtet Willy Bley, Seniorchef der Bley Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Edewecht.

Der Auszubildende Marcel Selle staunte nicht schlecht, als ihm sein Arbeitgeber, Rolf Bley offerierte, ihn für mehr als einen Monat in die Fremde schicken zu wollen.

Möglich machte dies das EU Ausbildungs- und Förderungsprogramm “Leonardo Da Vinci Lifelong Learning“

Es eröffnet Auszubildenden aus Niedersachsen die Möglichkeit, durch einen sechswöchigen Lernaufenthalt in Frankreich(in Val de Reuil, nord- westlich von Paris) Ihre Berufskompetenz zu erweitern.

In Holterfehn bei Leer bereitete sich der Auszubildende auf ein 12 Stunden Fahrt durch die Niederlande, Belgien und Frankreich vor. Nach achthundertfünfzig Kilometern erreichte er den Ort Rouen in Frankreich.

Fünf Auszubildende (2 Fleischer, 1 Metallbauer, 1 Bäckereifachverkäuferin und eine Konditorin) in Niedersachsen erhielten diese Förderung durch ihren Ausbildungsbetrieb. Die Schüler wohnten dort gemeinsam in einer Jugendherberge.

Zunächst hieß es erst einmal französisch lernen.Täglich trafen sich die deutschen Schüler in der Stadt in einem Cafe mit einer Lehrerin um die Landessprache zu lernen.

Nach den ersten zwei Wochen kann ich sagen, Französisch ist eine schwere Sprache, da ich ohne Vorkenntnisse nach Frankreich gegangen bin, berichtet Marcel Selle.

An den Wochenenden blieb trotz französisch pauken noch genug Zeit um die Region und vor allen Dingen Paris zu erkunden.

Marcel berichtet:

Am Sonntag waren Melinda, ihre Mitbewohnerin und ich in Paris. Wir sind gegen Mittag in Paris angekommen. Als erstes waren wir am Triumphbogen, beeindruckend war die Straße, die man entlang schauen konnte. Gegen Nachmittag waren wir dann endlich beim Eiffelturm. Auf den Bildern sieht der Eiffelturm nicht gerade groß aus, aber wenn man davor steht, ist das schon etwas ganz anderes. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es ein gelungener Tag war.

Nach dem Sprachkurs ging es jedoch erst richtig los mit der Ausbildung. Für Marcel Selle hieß der Arbeitsplatz im nächsten Monat Charcuterie Gelouard in Rouen. Jean Pierre Gelouard, ein Edelmetzger, der jährlich mit Goldmedaillen des französischen Lebensmittelhandels bedacht wird, hatte die ein oder andere Besonderheit zu bieten animierte den talentierten Auszubildenden mit neuen Produktideen ins Ammerland zurückzukehren.

Kalbfleischzerlegung, Herstellung von Braten und Convenience- Produkte spielen dort eine besonders große Rolle. Gut sortierte Fleischerfachgeschäfte gibt es dort noch sehr reichlich. Hier konnte Marcel allerlei Spezialitäten kennen lernen, die es auf dem deutschen Markt nicht gibt. In der Produktion arbeitete Marcel lediglich mit dem Chef, einem Meister und einem Auszubildenden.

Zudem wurde sein Ehrgeiz in der Normandie geweckt, denn der dortige Auszubildende konnte mit der Auszeichnung „Bester Nachwuchsmetzger in der Normandie“ aufwarten.

Selle, ganz sicher erfolgreich in der Ausbildung und mit guten Noten dekoriert, weiß nun, es gibt immer wieder neue Ziele, denen man sich stellen muss.

Der französiche Chef nahm sehr viel Zeit und besichtigte mit ihm andere Fachgeschäfte, große Wurstfabriken, Restaurants sowie Schlacht- und Zerlegebetriebe. Von der Produktionsstätte war der angehende Metzger dann aber eher enttäuscht: „Die können von uns noch eine Menge lernen, so sein knappes Fazit. Im täglichem Arbeitsgeschehen wurde er voll integriert und auch abseits der Arbeit super betreut “. Der Chef ließ es sich nicht nehmen, den Auszubildenden zum Schlemmen in einen französischen Gourmettempel einzuladen und der „Absacker“ wurde in einem Fünf Sterne Hotel kredenzt.

Nicht verwunderlich, dass Marcel Selle über seinen Kurzzeitchef nur Positives zu berichten weiß.

Die Arbeitszeiten jedoch, sind ziemlich ungewohnt, berichtet Selle:

8 Uhr- 12 Uhr, dann 4 Stunden Pause und anschließend Spätschicht 16 - 19: 30 Uhr.

Bei Bley fangen wir früh an und haben auch früh Feierabend, berichtet Marcel.

Für ihn war es aber in jedem Fall eine tolle Erfahrung und eines ist für Marcel Selle klar, dies war nicht seine letzte Frankreichreise. Land und Leute haben ihn schon beeindruckt.

Aber, am schönsten ist es dann doch zu Hause und damit meint er ganz sicher auch seinen Ausbildungsbetrieb.

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