Oldenburger Palme
Etwas typisches im Ammerland ist das Grünkohlessen, gewissermaßen das Nationalessen der Einheimischen.
Ein Besuch im Oldenburger-, bzw. Ammerland gilt erst als richtig gelungen, wenn man einmal kräftig davon gekostet hat.
Nun muss man aber wissen, dass Grünkohl nur in den Wintermonaten, also von November bis März so richtig schmeckt.
Grund für die saisonale Beschränkung ist, dass der Kohl erst dann mundet, wenn der Frost über das weite Land gezogen ist.
„Es muss ordentlich knacken, der Kohl braucht Raureif in seinen grünen Blättern, wenn er schmecken soll“, sagen die Kenner, und das sind fast alle Ammerländer“ erst dann wird eine Spitzenmahlzeit daraus“.
Der Frost verwandelt die im Grünkohl enthaltene Stärke in sanfte Süße.
In großem Maße wird der Grünkohl nur in Niedersachsen angebaut und deshalb auch als Oldenburger Palme bezeichnet.
Kohl, der mit Fett und Grütze gekocht wird, macht es aber alleine noch nicht aus, was die Gaumenfreuden auslöst. Dazu muss mehr geboten werden, und da sind wir auch schon bei den Beilagen.Speck gehört dazu, aber er muss nach Ammerländer Auffassung geräuchert und gestreift sein. Hinzu kommt Kochmettwurst und Kasseler.
Das besondere am Kohl ist aber die Pinkel, auch wenn es in den Ohren einiger Nichteingeweihter etwas unanständig klingt.
Ihnen sei verraten, dass sich hinter diesem Namen eine im Naturdarm gefüllte und geräucherte Wurst verbirgt, die mit Schweinefleisch, Speck, Hafergrütze, Zwiebeln und Gewürze dem Kohl erst den richtigen Geschmack verleiht.
Eine solche Wurst gibt es eben nur in den Kohlregionen.
So spricht man denn auch von Kohl und Pinkel in einem Atemzug "Grünkohl mit Pinkel“.
Dazu werden Salzkartoffeln gereicht manchmal auch Bratkartoffeln. Aber der wirkliche Gourmet bevorzugt natürlich die Salzkartoffel.
